Auf ein Bier mit sozialer Ungleichheit

02. Juni 2017

Erst waren wir ein kleines bisschen versucht, unsere eigene Veranstaltung zu schwänzen und der Sonne zu frönen - gut, dass wir es nicht getan haben! Sarah Speck und Oliver Nachtwey waren es auf jeden Fall wert: in einer Stunde haben sie für uns und knapp 70 Gäste die Arbeitsstruktur der letzten 100 Jahre aufgerollt und in einen sozialen Kontext eingeordnet, den Bezug zu Geschlechterrollen hergestellt sowie die Wechselwirkungen zwischen Geschlechterrollen und ökonomischer Situation dargelegt und anschließend die Beschreibungen der Makro-Ebene durch Einzelbeispiele aus qualitativer Forschung unterfüttert. All das so stringent dargestellt, dass wir nicht mit rauchenden Köpfen zurückgeblieben sind, sondern uns nach einer kurzen Pause direkt in eine spannende Diskussion über mögliche Lösungen des Missverhältnisses stürzen konnten.

Das gute Wetter haben wir und viele unserer Gäste indes noch genutzt: bis etwa halb ein Uhr standen wir nach Vortrag und Diskussion mit Sarah und Oliver auf ein Bier vor der Tür und haben Fragen geklärt, leidenschaftlich diskutiert und Utopien entworfen. Wir sind glücklich über den Abend und freuen uns auf Tanja Abou am 06. Juli 2017 mit der Frage: Was macht eigentlich soziale Ungleichheit mit Rassismus? Wie immer um 19 Uhr im SpecOps.

Praxiswissen & ziemlich viele Zahlen

05. Mai 2017

Gestern ging es wieder los: mit knapp 80 Gästen konnten wir den Auftakt unserer neuen Vortragsreihe begehen. Die Mischung hat super funktioniert: Björn Wendt kam mit ziemlich vielen Zahlen zu Armut&Reichtum und dem aktuellen Stand der Wissenschaft im Gepäck zu uns und hat uns strukturiert und deutlich erklärt, wie Armut vermessen wird und was sie für eine Gesellschaft bedeutet. (Armut verhindert nämlich strukturell Teilhabe an Politik, Gesellschaft und soizialem Leben, wird häufig vererbt und ist ziemlich doof.) Arnold Voskamp ergänzte das ganze durch sein Wissen aus der Praxis der Arbeitslosenberaung und konnte uns gute Einblicke in das Leben in Armut und die daraus entstehende psychische Belastung geben. Nach einer kurzen Pause für die rauchenden Köpfe konnten wir beide noch eine Stunde mit Fragen löchern und miteinander diskutieren. Für uns ein gelungener Abend! Weiter geht es am 1. Juni 2017 um 19 Uhr mit der Frage: Was macht eigentlich soziale Ungleichheit mit Geschlechterfragen? Zu Gast bei uns dann Sarah Speck und Oliver Nachtwey.

„Rassismus als Normalität?“

25. April 2017

Vom 10. bis 12. Februar 2017 haben wir in Tübingen im Auftrag der Diakonie Württemberg das Seminar „Rassismus als Normalität?“ für Bundesfreiwilligendienstleistende durchgeführt. Die zehn jungen Menschen habe sich dabei mit den Ursprüngen, Erscheinungsformen, Mechanismen, aber auch mit Strategien gegen Rassismus sowie Utopien für eine Welt ohne Rassismus auseinandergesetzt. Mit verschiedenen Methoden, wie etwa einem interaktiven Kolonialismusquiz, in Klein- und Großgruppen- und kreativer Einzelarbeit konnte so das Verständnis und Bewusstsein für Rassismus als gesellschaftliches Verhältnis geschult und vertieft werden. Wir freuen uns auf weitere Seminare und Workshops mit Jung und Alt.

 

Wir - in Rassismus verstrickt?

03. April 2017

Eigentlich wollen wir keine Rassist*innen sein. Aber wenn Menschen diskiminiert werden, muss es auch diejenigen geben, die diskriminieren, oder? Wir wissen: Rassismus ist strukturell noch tief verankert und wird z.B. durch Kinderbücher auch weiterhin "vererbt".Um unserer eigenen Verstricktheit in Rassismen auf den Grund zu gehen, hatten wir am Wochenende zwei Trainer vom Verein Phoenix e.V. zu Gast. Der Verein bietet unter anderem Trainings für weiß positionierte Menschen an, um ihnen zu helfen, unbewusste Verhaltensweisen und Einstellungen aufzudecken. Wir haben das Training als sehr wertschätzend empfunden und waren überrascht, welche Bilder verdeckt in unseren Köpfen rumspuken. Das Training war wertvoll für uns, weil wir als FreiraumKollektiv unter anderem zu Themen wie Migration arbeiten und es uns wichtig ist, nicht unbewusst weiter Dinge zu reproduzieren, die wir eigentlich mies finden. Jetzt sind wir zwar echt platt, aber doch froh, uns der Sache gestellt zu haben. Wir halten euch auf dem Laufdenen, wie es im Prozess mit uns weiter geht, wenn ihr mehr über Phoenix wissen wollt, findet ihr hier ihre Seite.

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Workshop für Sprachmittler*innen

21. März 2017

Zugegeben, ein bisschen nervös waren wir schon als Anfang März zum ersten Mal eine Fortbildung für Dolmetscher*innen des Projektes SPuK des Caritasverbandes in Osnabrück anstand. Im Zentrum stand am ersten Tag die machtkritische Fallanalyse von Dolmetschsituationen. Die Teilnehmenden vertieften sich in die Frage, welche Machtpositionen es auf Grund von beruflichen Rollen, verinnerlichten Vorurteilen und Zugehörigkeiten zu gesellschaftlich marginalisierten Gruppen geben kann. Verantwortungsvolles Dolmetschen wurde als ein Prozess verstanden, der Machtstrukturen aufdeckt, um gelingende Kommunikation in Dolmetschsituationen zu ermöglichen. Macht blieb dabei kein negatives Wort, sondern wurde auch als Möglichkeit empfunden, aus (vermeintlich) unterlegenen Positionen zu handeln und verzwickte Situationen zu verändern. Am zweiten Tag richteten wir gemeinsam den Blick nach vorne. Ausgehend von den machtkritischen Fallanalysen wurden konkrete Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. Der Austausch unter den Teilnehmenden war bereichernd, da erfahrene und neue Dolmetscher*innen in der Gruppe waren. Schön, wenn am Ende solche E-Mails bei den Verantwortlichen ankommen: „Die Fortbildung war im Übrigen sehr interessant. Es hat großen Spaß gemacht!"

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