Gehört Kapitalismus an den Herd?

15. Juli 2016

Was haben Feminist*innen am Kapitalismus zu bemängeln? Diese – zuerst ungewöhnlich anmutende – Frage haben uns gestern Charly und Anja vom trouble every day collective beantwortet. Tatsächlich ist Feministische Ökonomie eine bekannte Strömung der alternativen Ökonomie: Sie kritisiert die Teilung von Arbeit in einen öffentlichen, entlohnten Bereich und in einen privaten, nicht entlohnten Bereich, der vor allem von Frauen übernommen wird. Diese Arbeiten umfassen vor allem Haushalts- und Pflegetätigkeiten. Auch heute bleiben diese Tätigkeiten nicht oder schlecht bezahlt. Feministische Ökonomie macht darauf aufmerksam und befasst sich mit der Frage, ob auch diese Bereiche in Zukunft kapitalistisch organisiert werden sollen oder ob es für Gleichberechtigung auch ein ganz anderes Wirtschaftsmodell braucht?  Unsere Referentinnen gaben uns eine Einführung in die Problematik, die aktuelle Diskussion und hatten viele Beispiele für Kämpfe in diesen Bereichen. Für uns war dieser spannende Abend mit rund 65 Gästen und einer langen informellen Diskussion ein gelungener Abschluss unserer Vortragsreihe „Was wäre wenn? Ökonomie – Kritik – Alternativen“. Jetzt freuen wir uns auf eine kreative Sommerpause, um im Herbst mit vielen neuen Ideen (und vielleicht einer neuen Vortragsreihe) wiederzukommen.

People before Profits

10. Juni 2016

Was wäre, wenn alles besser wäre? Diese Frage wurde uns schon zum dritten Mal beantwortet - dieses Mal von Elisabeth Voß, die rund 100 Gästen das solidarische Wirtschaftsmodell vorstellte. Ihre Forderung: "People before profits", Güter sollen nicht für den Markt produziert werden, sondern von Menschen gemeinsam nach ihren Bedürfnissen hergestellt. Grundlage dafür sind selbstgegebene Regeln und die Beziehungen untereinander. Von der Politik fordert sie, politischer zu sein und Ziele anzustreben, statt sich in allem dem Markt unterzuordnen. Außerdem stellte sie viele bereits funktionierende solidarische Projekte vor. Besonders spannend fanden wir die Diskussion, die in informellem Rahmen noch lange ging. Unser Zwischenfazit nach drei Vorträgen der Reihe „Was wäre wenn?“: wenn es ums Wirtschaften geht, könnte vieles besser laufen. Aber tatsächlich gibt es schon eine lange Liste an Projekten, die zeigen, dass Veränderungen möglich sind. Wir sind supermotivert, anzupacken und haben dank unserer Referentinnen und Referenten lauter gute Ideen, wo und wie. So haben wir uns das vorgestellt!

Weiter geht es am 14. Juli um 19 Uhr im SpecOps mit dem trouble everyday collective aus Berlin und Feministischer Ökonomie. Wir freuen uns!

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Vom Kapitalismus zum Common-ismus?

13. Mai 2016

Zugegeben, ein bisschen nervös waren wir schon, ob auch die zweite Runde unserer Vortragsreihe erfolgreich wird. Pünktlich um 19 Uhr fanden sich dann aber tatsächlich knapp 70 Gäste ein, um von Christian Siefkes über Commons zu lernen. Seine These: die ständige Konkurrenz im Kapitalismus ist destruktiv. Stattdessen plädiert er für eine hierarchiefreie Zusammenarbeit in der Produktion und in der Nutzung von Dingen. Mit Wikipedia, Mietshäuser Syndikat, solidarischer Landwirtschaft und vielen anderen fand er überzeugende Positivbeispiele für bereits funktionierende Commons. Zwei Dinge fanden wir darüber hinaus besonders schön: vor dem Vortrag durften wir Menschen von der B-Side Münster bei uns begrüßen, die uns von ihrem solidarischen Projekt am Hafen berichteten – also Commons live in Münster! Und uns hat die spannende Diskussion, die noch weit in den informellen Teil des Abends weiter lief, gut gefallen. Wir sind zufrieden!

„Echt viel gelernt und eine gute Zeit gehabt“

22. April 2016

Die Themen Flucht und Migration begegnen uns momentan fast täglich in den Medien – nur dort? Das haben wir uns eine Woche lang gemeinsam mit 19 Freiwilligendienstleistenden der IJGD bei einem Wahlseminar im April gefragt. Ziel war es, den Teilnehmenden näher zu bringen, wie verschiedene Aspekte der Migration zusammenhängen und wie sie zu unserem Alltag gehören.  Seminarinhalte waren eine Einführung in zentrale Begriffe der Migration und des Asylrechts, Themenarbeit zu Migrationsgründen, -wegen, -hindernissen, und -supporter*innen sowie ein Planspiel zum Asylverfahren. Ergänzt wurde das Seminar durch eine Einheit zu Diskriminierung. Highlight des Seminars war eine von den jungen Freiwilligen geleitete Stadtführung zu Migration im Stadtbild von Köln. Dort haben wir auch zwei Referent*innen getroffen: sie hat uns von ihrem Engagement bei der Refugee Law Clinic und er von seiner Erfahrung als 19-Jahre-lang Geduldeter berichtet. Wir sind stolz auf ein durchweg positives Feedback der Teilnehmenden und die zahlreichen Lernerfahrung, die auch wir als Teamerinnen machen konnten. 

Gelungener Auftakt

15. April 2016

Trotz Frühlingswetters konnten wir knapp 80 Menschen bei unserem Vortrag im SpecOps begrüßen. Jörg Gakenholz gab uns eine Einführung in die Neoklassik und stellte uns seine Analyse der wirtschaftswissenschaftlichen Theorie dar. Zentrale Kritikpunkte des Soziologen waren zum Beispiel die Einseitigkeit der wirtschaftswissenschaftlichen Lehre oder die Überschätzung mathematischer Methoden. Im Anschluss an den spannenden Vortrag gab es eine Diskussion und die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Wir freuen uns über diesen gelungenen Auftakt der Vortragsreihe „Ökonomie – Kritik – Alternativen“ und sind gespannt auf den nächstenVortrag! Weiter geht es mit Christian Siefkes und dem Thema „Commons“ am 12. Mai um 19 Uhr im SpecOps.